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Beziehungen zu Deutschland

04.01.2018 - Artikel

Stand: Januar 2018

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und der Bundesrepublik Deutschland sind eng und vertrauensvoll, sowohl im politischen, wirtschaftlichen als auch im kulturellen Bereich. Auf Bundes- wie auf Landes-/Regionalebene stehen Regierungsmitglieder und Abgeordnete Luxemburgs und Deutschlands in engem Kontakt. Auch im Rahmen der Europäischen Union sind beide Staaten füreinander wichtige Partner.

Der letzte Staatsbesuch eines Bundespräsidenten (Bundespräsident Gauck) fand vom 3. bis 5. November 2014 statt. Er war ein großer Erfolg und Höhepunkt in den bilateralen Beziehungen, der ein breites positives Echo in der Bevölkerung und in den luxemburgischen Medien fand.

In Luxemburg leben derzeit ca. 13.100 Deutsche. Darunter sind viele Doppelstaater. Zusätzlich kommen rund 44200 Pendler täglich aus Deutschland zur Arbeit in das Großherzogtum. Darunter sind rund 5.000 Luxemburger, die in Deutschland wohnen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Luxemburg ist Gravitationszentrum der kulturell und wirtschaftlich florierenden Großregion (D: Saarland, Rheinland-Pfalz ; F: Lothringen; Großherzogtum Luxemburg, , B: Wallonie und Fédération Wallonie-Bruxelles, , Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens). Die Kooperation beruht auf einer Vereinbarung zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, der Französischen Republik und des Großherzogtums Luxemburg über die Zusammenarbeit in den Grenzgebieten vom 16.10.1980 mit dem „Gipfel der Großregion“ als zentrales politisches Organ. Die wichtigsten Bereiche der grenzüberschreitenden Kooperation sind: Raumordnung, Arbeitnehmermobilität, Zivilschutz, Kultur, Tourismus und Verkehr.

Bei wachsender Tendenz: Die Großregion ist Arbeitsplatz für mehr als 220.000 Berufspendler. Allein 180.900 Pendler sind in Luxemburg beschäftigt. Das Großherzogtum ist mit steigender Tendenz aufgrund des hohen Reallohnniveaus für Arbeitnehmer aus der gesamten Region überaus attraktiv. Die Volkswirtschaft des Großherzogtums schafft ständig neue Arbeitsplätze für Fachkräfte.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist der Hauptwirtschaftspartner Luxemburgs. 27,6 % der luxemburgischen Exporte gehen nach Deutschland (2016), 27,4 % der Importe kommen aus Deutschland (2016) (vor Frankreich, nach Belgien). Die luxemburgischen Exporte (u.a. Stahlerzeugnisse) finden insbesondere im Automobilbereich Verwendung. Auch im Finanzbereich bestehen enge Beziehungen. Von den 141 Banken in Luxemburg sind 24 Niederlassungen deutscher Kreditinstitute (Stand 31.12.16).

Kulturelle Beziehungen

Deutschland und Luxemburg verbinden vielfältige Kulturbeziehungen. Durch die nachbarschaftliche Nähe ist man über Deutschland hervorragend informiert. Ein bilaterales Kulturabkommen ist seit 1980 in Kraft.

Im Jahr 2003 wurde das trilaterale (Deutschland-Frankreich-Luxemburg) Kulturinstitut Pierre Werner (IPW) gegründet. Das IPW leistet durch Förderung des kulturellen und intellektuellen Dialoges zwischen den Gründungsländern einen Beitrag zur Entwicklung einer europäischen Staatsbürgerschaft im Sinne der Tradition der europäischen Aufklärung und der Erfahrungen der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 2ß13 wurde in Luxemburg das Max-Planck-Institut (MPI) für europäisches und internationales Verfahrensrecht eingeweiht. Es ist das erste juristische MPI außerhalb Deutschlands; Luxemburg trägt zu seinem Unterhalt erheblich bei. Am 27.08.2007 wurde das deutsch-luxemburgische Schulprojekt, „Schengen-Lyzeum“ im grenznahen saarländischen Perl eröffnet. Rund 800 Schülerinnen und Schüler erhalten in Deutsch, Französisch und Luxemburgisch Unterricht von Lehrkräften aus beiden Ländern 2014/15 hat der erste Jahrgang sein Abitur abgelegt.

Die erst 2003 gegründete Universität Luxemburg bildet zusammen mit fünf anderen Universitäten aus Deutschland, Frankreich und Belgien den Verbund "Universität der Großregion“. Deutschland ist für viele luxemburgische Studenten vor allem in den Geistes- und Naturwissenschaften ein attraktiver Hochschulstandort. Zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Fonds National de la Recherche gibt es seit 2009 ein Kooperationsabkommen.

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