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Stadt, Land, Zukunft? Filmtage 2020

Logo deutschsprachige Filmtage

Logo deutschsprachige Filmtage, © Deutsche Botschaft

07.10.2020 - Artikel

Die Filmtage der drei deutschsprachigen Botschaften in Luxemburg in Kooperation mit der Cinémathèque
11. - 13. November 2020

Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde!

Was für ein Jahr! 2020 stellt alle Menschen global tagtäglich vor besondere Herausforderungen. Aber  vielleicht ist gerade diese Pandemie, trotz all dem Leid, das sie verursacht, auch ein Anlass, sich noch stärker mit Zukunftsvisionen für unsere Welt und unser Zusammenleben auseinander zu setzten.

Für die 6. Ausgabe der deutschsprachigen Filmtage haben wir dieses Jahr - schon lange vor dem weltweiten Covid-19 Ausbruch - das Motto „Stadt, Land, Zukunft?“ gewählt. Mit drei Dokumentar- und drei Spielfilmen wird insbesondere der Zukunftsaspekt aus ganz verschiedenen Blickpunkten filmisch dargestellt. Wie werden wir wohnen? Und wo? Welche Rolle spielen wirtschaftliche Interessen und Regionalität? Wie entwickelt sich unsere Gesellschaft unter diesen Bedingungen? Besonders in Luxemburg sind durch das rasante Bevölkerungswachstum die Themen Wohnraum und Ressourcen brisant. Bereits die vergangenen, aber noch viel mehr die heutigen Entscheidungen legen den Grundstein für die Zukunft der Menschheit. Es gilt mit Weitblick, sich für die richtigen Visionen zu entscheiden. Die gewählten Filme zeigen dazu ein breites Panoptikum an Möglichkeiten, sie sind Denkanstöße und nehmen uns für eine kurze Zeit mit - in eine andere Welt. Und diese kurze Auszeit haben wir uns 2020 ganz besonders verdient!

Darum freuen wir uns, Sie – natürlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen -  bei den deutschsprachigen Filmtagen 2020 begrüßen zu dürfen!

Mittwoch   11 | 11 um 18h00

Um 18:00 Uhr findet ein Gespräch per Live-Schaltung mit der Regisseurin Lotte Schreiber statt. (Moderation : Anna Valentiny) Anschließend :

Such Stuff as Dreams Are Made On

Bild aus dem Film der Stoff aus dem die Träume sind
Der Stoff aus dem die Träume sind© sixpackfilm

Der Stoff aus dem die Träume sind Österreich 2019 | vostang | 75’ | c | Documentaire de : Michael Rieper und Lotte Schreiber

(Deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln)

Anhand von sechs Meilensteinen selbstorganisierten und selbstverwalteten Wohnbaus in Österreich nähert sich der Dokumentarfilm auf facettenreiche Art an die unterschiedlichen Themen kooperativer Wohnprozesse von 1975 bis heute an.

Dabei beleuchtet der Film über die Akteur*innen und Bewohner*innen der jeweiligen Wohnprojekte nicht nur deren sozialen und sozialökonomischen Anspruch, sowie deren gesellschaftspolitische Aussagekraft sondern gibt darüber hinaus Einblick in die alltäglichen, kleinen wie großen Errungenschaften, Diskussionen und Konflikte, die das Leben im Kollektiv mit sich bringt.

Mittwoch   11 | 11 um 20h30

Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings

Schweiz 2017 | vostf+all | 98‘ | c | Essai documentaire de : Thomas Haemmerli

(Deutsche/Schweizerdeutsche Originalfassung mit französischen und deutschen Untertiteln)

Dass die Schweiz zu dicht besiedelt ist — auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Platz, so scheint es, ist das Gut, von dem die Schweiz neben Geld am meisten zur Verfügung hat. Und dennoch spielt der Dichtestress und die Angst vor „Überfremdung“ in der Schweiz wie anderswo eine wichtige Rolle in Wahlkämpfen und den alltäglichen politischen Auseinandersetzungen. Wobei dies kein Problem der Gegenwart allein ist, sondern gerade in der Alpenrepublik eine gewisse Tradition hat.

Diese Schweizer Urangst (eine völlig unnötige übrigens, denn die Einwohnerzahl Zürichs hat sich im Lauf der Jahre kaum verändert) nimmt der Filmemacher Thomas Haemmerli als Anlass und Ausgangspunkt für einen essayistischen Dokumentarfilm, der persönliche Biographie, Familienhistorie, Zeitgeschichte, politische Entwicklungen, aber auch Stadtplanung und Soziologie zu einem erstaunlich stringenten Film zusammenführt, der zudem aus seiner Subjektivität keinen Hehl macht und sich selbst, wie der Titel es bereits andeutet, von seinen Betrachtungen nicht ausnimmt.

Filmkritik von Joachim Kurz auf kino-zeit.de

Donnerstag   12 | 11 um 18h30

Was kostet die Welt

Bild aus dem Film Was kostet die Welt
Was kostet die Welt© filmtank

Deutschland 2018 | voangstall | 91‘ | c | Documentaire de : Bettina Borgfeld

(Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln)

Sark, die im Ärmelkanal gelegene, kleine Insel, war Europas letzter Feudalstaat. Einst britischer Kronbesitz fanden die ersten demokratischen Wahlen hier erst vor 10 Jahren statt. Keiner der rund 600 Einwohner besaß bislang das Land, auf dem er lebte. Das Leben war einfach und beruhte mehr auf gegenseitigem Vertrauen als auf Gesetzesvorgaben.

Aber eine neue Macht verändert das beschauliche Inselleben: Zwei Milliardäre beginnen das Land aufzukaufen, Weinfelder anzulegen und erwerben vier der sechs Hotels. Ihre Firmen besitzen inzwischen ein Drittel der gesamten Landfläche. Das Inselparlament versucht sich den Maßnahmen entgegenzusetzen, doch die Investoren scheuen weder Kosten, Mühen noch Drohkulissen um ihre Interessen durchzusetzen.

Auf dem idyllischen Schauplatz entfaltet sich ein erbitterter Kampf um Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Auslegung der Rechtslage. So wirft der Film fundamentale, aktuelle Fragen auf nach sozialer Verantwortung, den Schlupflöchern der Finanzindustrie und den Herausforderungen, vor denen diejenigen stehen, die diesen Strategien auf die Spur kommen oder sich ihnen widersetzen wollen.

Donnerstag  12 | 11 um 20h30

Curling for Eisenstadt

Bild asu dem Film Curling für Eisenstadt
Curling für Eisenstadt© Curling für Eisenstadt

Curling für Eisenstadt Österreich 2019 | vostang  | 90’ | c | De : Andreas Schmied | Avec : Katharina Straßer, Marlene Morreis, Veronika Polly, Maddalena Hirschal

(Deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln)

Vicki ist eine verwöhnte Frau, die immer schon gut mit dem Namen ihres Vaters – dem einflussreichen Weinbauern Kapfensteiner – vorangekommen ist. Doch bei der Präsentation einer neuen Werbekampagne leistet sie sich einen Fehler, der nicht nur zum Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch von Papas Kreditkarten führt. Nun muss auch Vicki auf eigenen Beinen stehen. Und weil das so schwer doch nicht sein kann, scheint selbst die größte Herausforderung noch nicht groß genug. So kommt es, dass Vicki alles daran setzt, um eine Damen-Curling-Mannschaft in Eisenstadt aufzustellen, um gegen die Kitzbüheler Staatsmeisterinnen zu gewinnen und damit Eisenstadt als Austragungsort der Damen-Curling-WM festzulegen. Doch auf dem Weg dorthin muss Vicki nicht nur lernen, dass man sich im Leben ganz schön anstrengen muss, sondern auch, dass Freundschaft keine Einbahnstraße ist.

Freitag   13 | 11 um 18h30

Unknown Territory

Neuland Schweiz 2013 | vostang | 93’ | c | Documentaire de : Anna Thommen

(Schweizerdeutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln)

Aie kommen aus aller Herren Länder, die neuen Schüler und Schülerinnen von Herrn Zingg in der Integrationsklasse Basel. Jung und voller Träume für eine bessere Zukunft reisten sie in die Schweiz und setzen nun grosse Hoffnungen in den Lehrer: Er soll ihnen den Weg im neuen Land weisen. Im Laufe von zwei Jahren lernen die Schüler und Schülerinnen Sprache und Kultur der Schweiz kennen. Lehrer Zingg hat dabei immer nur ein Ziel vor Augen: Den durch Schicksalsschläge traumatisierten Jugendlichen einen beruflichen Einstieg in die Gesellschaft zu ermöglichen. Aber der Weg ist hart und steinig.

Beobachtend und einfühlsam zeigt der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Film die Realität der jungen Menschen in der für sie so fremden Kultur und wirft damit ein ungewohntes Schlaglicht auf unsere globalisierte und kriegerische Welt. Text von famafilm.ch

Freitag   13 | 11 um 20h30

No Hard Feelings

Futur drei
Futur drei© Salzgeber.de

Futur Drei Deutschland 2020 | vostf | 92’ | c | De : Faraz Shariat | Benjamin Radjaipour, Eidin Jalali, Banafshe Hourmazdi, Hadi Khanjanpour

(Deutsche Originalfassung mit französischen Untertiteln)

Parvis wächst als Kind der Millenial-Generation im komfortablen Wohlstand seiner Iranischen Einwanderer-Eltern auf. Dem Provinzleben in Hildesheim versucht er sich durch Popkultur, Grindr-Dates und Raves zu entziehen. Nach einem Ladendiebstahl leistet er Sozialstunden als Übersetzer in einer Unterkunft für Geflüchtete. Dort trifft er auf das iranische Geschwisterpaar Banafshe und Amon. Zwischen ihnen entwickelt sich eine fragile Dreierbeziehung, die zunehmend von dem Bewusstsein geprägt ist, dass ihre Zukunft in Deutschland ungleich ist.

In seinem autobiographischen Regiedebüt erzählt Faraz Shariat, Jahrgang 1994, vom queeren Heranwachsen eines Einwanderersohns in Deutschland. Damit liefert er einen Gegenentwurf zu einem konventionellen Kino, in dem post-migrantische Erlebnisse und Geschichten von Einwanderern und ihrer Familien häufig ausgeschlossen werden.

„Futur Drei“ wurde beim First Steps Award 2019 als Bester Spielfilm ausgezeichnet, Shariats junges Darsteller*innen-Ensemble (Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali, Benjamin Radjaipour) erhielt den Götz-George-Nachwuchspreis. Auf der Berlinale, wo der Film im Panorama seine Weltpremiere feierte, wurde „Futur Drei“ mit zwei Teddys (Bester Spielfilm, Leser*innen-Preis) geehrt.


Unsere Kooperationspartner sind:

Logo Cinémathèque
Cinémathèque© Cinémathèque
Logo SCRIPT
SCRIPT© SCRIPT
Logo ZpB
ZpB© ZpB
Logo VALENTINI foundation
VALENTINI foundation© VALENTINI foundation


Filmauswahl 2020
Filmauswahl 2020© Deutsche Botschaft


Wir freuen uns, Sie bald in der Cinémathèque begrüßen zu dürfen!


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