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Anschlag in Halle

Nach Angriff in Halle/Saale - Synagoge

10.10.2019, Sachsen-Anhalt, Halle: Maram Stern (l-r), Jüdischer Weltkongress, Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, besuchen den Tatort an der Synagoge. Bei Angriffen mitten in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt sind gestern vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen worden. Foto: Jan Woitas/dpa | Verwendung weltweit, © dpa

10.10.2019 - Artikel

Fassungslos und tief betroffen

Am Mittwochmittag (9. Oktober) hatte ein schwer bewaffneter Täter zunächst versucht, die Türen zur Synagoge in Halle (Sachsen-Anhalt) gewaltsam unter Einsatz von Schusswaffen zu öffnen. Dort hielten sich wegen des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur 70 bis 80 Menschen auf. Als ihm dies nicht gelang, zielte er auf ein nahegelegenes Dönerrestaurant. Zwei Menschen wurden bei der Attacke getötet.

Zeichen der Verbundenheit in Berlin

„Unsere Solidarität gilt allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Jom Kippur, unser Dank den Sicherheitskräften, die noch im Einsatz sind“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert im Namen der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich von Bundesinnenminister Horst Seehofer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff über die Lage nach dem Anschlag in Halle informieren lassen.

Bundeskanzlerin Merkel selbst besuchte noch am Abend des 9. Oktober eine Solidaritätsveranstaltung an der Neuen Synagoge Berlin-Mitte, um ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen.

Unter der Überschrift „Wir stehen zusammen“ hatten sich spontan Berlinerinnen und Berliner, Mitglieder der Jüdischen Gemeinde sowie des Berliner Senats vor der Synagoge versammelt. Sie alle waren getragen von einem Gedanken: „Wir müssen uns geschlossen jeder Form von Antisemitismus entgegenstellen.“

Bundesinnenminister reist nach Halle

Bundesinnenminister Seehofer reist am Donnerstag zusammen mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und Maram Stern (Jüdischer Weltkongress) nach Halle. Gemeinsam mit Landesinnenminister Holger Stahlknecht werden sie den Tatort an der Synagoge besuchen.

Zuvor hatte Seehofer sich bereits zutiefst erschüttert gezeigt. Der höchste jüdische Feiertag, Jom Kippur, sei nun „ein schwarzer Tag“ für die jüdische Gemeinde in Deutschland. Seehofer verurteilte die Tat „auf das Schärfste“ und betonte: „Das ist ein abscheulicher Angriff auf unser friedliches Zusammenleben. Ich denke an die Opfer und Ihre Familien und wünsche den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung.“

Bundespräsident ruft zur Solidarität auf

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Donnerstag in Halle erwartet. Er hatte nach dem Angriff zur Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern aufgerufen. Der Bundespräsident erfuhr während eines Festaktes zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in Leipzig von dem Angriff auf die voll besetze Synagoge.

Trotz der Zehntausenden, die den Tag der Einheit feierten, vermochte die Fröhlichkeit nun nicht mehr richtig auzufkommen angesichts des tödlichen Anschlags. „Aus einem Tag der Freude ist ein Tag des Leids geworden“, sagte Steinmeier. Er sei in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer.


Quelle: Bundesregierung

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